Informationen für Vermieter

Wie läuft eine Klassifizierung ab? 

Wer für sein Objekt eine DTV-Klassifizierung erhalten möchte, um mehr Gäste zu einer Buchung zu bewegen, sollte zunächst überprüfen, ob das entsprechende Objekt mit den Gegebenheiten vor Ort die auf der Seite "Sterne-Kriterien" erwähnten Mindestkriterien erfüllt. Wer sich unsicher ist, kann die zuständige Tourismusorganisation zu Rate ziehen (zu beachten gilt: für Privatzimmeranbieter gibt es ebenfalls Mindestanforderungen). Als nächstes wird mit der örtlichen Touristenorganisation eine Vermietervereinbarung geschlossen, welche den Weg für eine Klassifizierung ebnet. Daraufhin wird vom örtlichen DTV-Lizenznehmer ein Prüfer vermittelt, der mit dem Gastgeber gemeinsam einen Termin zur Begutachtung des Objekts vereinbart. Die Bewertung des Objekts wird nie eigenständig, sondern immer von Hand eines offiziellen Prüfers vorgenommen. Gastgeber/Inhaber von Ferienunterkünften sollten sich auf den Termin vorbereiten und das Objekt in einwandfreien Zustand versetzen, denn bewertet werden kann nur das, was an dem Tag vor Ort auch wirklich vorhanden bzw. ersichtlich ist. Ist die Prüfung erfolgreich abgeschlossen, erhält der Gastgeber von der jeweiligen Tourismusorganisation die entsprechende Urkunde mit dem Klassifizierungsergebnis. Nun kann drei Jahre lang mit der Sterne-Klassifizierung geworben werden. Es muss mit einer minimalen Prüf- und Lizenzgebühr gerechnet werden, die vom Gastgeber entrichtet wird. Die Klassifizierung durch den DTV kann alle drei Jahre erneuert werden. 

Sternedarstellung in der Werbung 

Wer eine gute Klassifizierung erreicht hat, möchte diese natürlich gerne auch für Werbezwecke nutzen. Gäste achten vermehrt auf Bewertungen und eine Sterne-Auszeichnung hilft bei der Entscheidung, die Unterkunft zu buchen. 

Wie können Gastgeber eine korrekte Sternedarstellung in der Werbung vornehmen? 

Die Sterne-Klassifizierung ist anhand von achtzackigen Sternen erkennbar. Geht aus dem (Werbe-)Text nicht eindeutig hervor, dass es sich um eine Ferienwohnung oder ein Privatzimmer handelt, muss jeweils ein F oder ein P vor die Sterne gesetzt werden. So sieht beispielsweise die korrekte Sternedarstellung des DTV für eine 4 Sterne Ferienwohnung aus:

4 DTV-Sterne

Selbstverständlich dürfen die Sterne nur verwendet werden, wenn das Objekt auch tatsächlich klassifiziert worden ist. Soll ein gesamtes Haus beworben werden, ist die Verwendung der DTV-Sterne nur zulässig, wenn alle Objekte des Hauses mit der gleichen Klassifizierung bewertet worden sind (einheitliches Sterne-Ergebnis). 

Da die Sterneklassifizierung exakt drei Jahre gültig ist und danach erneuert werden muss, ist die Werbung drei Jahre lang zulässig. Wird die Klassifizierung durch den Gastgeber nicht rechtzeitig neu beantragt, muss er jede Werbung mit den Sternen unverzüglich einstellen (sowohl im Internet als auch in Printmedien). Ansonsten verstößt er nämlich gegen das Urheber- und Markenrecht des DTV. 

Da der Gastgeber vom Lizenznehmer nach erfolgreicher Klassifizierung eine Urkunde bekommt, soll diese sich im klassifizierten Objekt befinden. So kann der Gastgeber sie beispielsweise an die Wand hängen oder seiner Infomappe für die Gäste beilegen. 

Die Urkunde gibt dabei Auskunft über die maximale Belegung der Unterkunft, das Sterne-Ergebnis und die Gültigkeitsdauer

Die maximale Belegungszahl muss vom Gastgeber in allen Werbemitteln eingehalten und kommuniziert werden. 

Wer sich an diese Spielregeln hält, kann nichts falsch machen und darf sich sicherlich über steigende Buchungszahlen freuen. 

Preisangaben 

Bei Werbung für das eigene Objekt gilt es auch, die richtige Angabe des Endpreises in der Werbung zu beachten. Wer gegen die Preisangabenordnung verstößt, muss mit Abmahnung oder gar empfindlichen Geldstrafen rechnen. 

Der Endpreis wird vom Deutschen Tourismusverband als der Preis definiert, der sich ergibt, wenn alle pauschalen Haupt- und Nebenkosten (Miete samt Kosten für Strom, Gas, Wasser etc.) inklusive Mehrwertsteuer zusammen gerechnet werden. Um missverständliche oder irreführende Preisdarstellung zu vermeiden, muss dem Gast vor Buchung exakt dieser Gesamtpreis genannt werden. 

Allerdings gibt es ein paar Fälle, bei denen Ausnahmen dieser Regelung gelten. 

Lassen sich Nebenkosten anhand eines Verbrauchsnachweises ermitteln, dürfen sie verbrauchsabhängig abgerechnet werden. Ein weiterer Punkt ist die Endreinigung, die viele Vermieter ihren Gästen zur freien Wahl lassen - der Gast kann, wenn er möchte, dafür selbst aufkommen. In diesem Fall gehört die Endreinigung nicht zu den obligatorischen Nebenkosten und kann gesondert aufgeführt werden. 

Das Gleiche gilt für sonstige Wahlleistungen wie z. B. Bettwäsche und Handtücher, die der Gastgeber dem Gast als Wahlleistung zur Verfügung stellen kann. 

Die Kurtaxe kann beim Endpreis ebenfalls gesondert aufgeführt werden, weil sie vom DTV nicht als Teil des Mietpreises angesehen wird, sondern eine kommunale Abgabe darstellt. 

Preisgestaltung

Hinsichtlich der Preisgestaltung empfiehlt der Deutsche Tourismusverband den Gastgebern, die Endreinigung auf die einzelnen Tagespreise zu verteilen (sofern sie bei der Kalkulation in den Endpreis hineingenommen wird) und saisonale Preise anzubieten. 

Wer Saisonpreise anbietet, muss jedoch die Saisonzeiten mit dazu angeben. 

Als Vorsaison gelten die Monate Januar bis Mai, als Nebensaison September bis Dezember und als klassische Hauptsaison Juni bis August. 

Die Angabe von "ab-Preisen" oder "von/bis-Preisen" ist laut DTV zulässig, wenn lediglich eine Übersicht über das Vermietungsangebot gegeben werden soll, es sich aber nicht um ein konkretes bzw. finales Preis-Leistungs-Angebot handelt. 

Wenn der Gastgeber seinem Gast ein konkretes Angebot machen möchte, ist er verpflichtet, den finalen Endpreis zu nennen. "Ab-Preise" dürfen dann in der Preisbeschreibung nicht mehr genannt werden. 

Ist der Endpreis personenabhängig, sollte die Personenzahl, für die er gilt, vom Gastgeber in den Werbemitteln genannt werden. Aufpreise für weitere Personen sind möglich, müssen aber gesondert und deutlich erkennbar aufgeführt werden. Wenn ein Preisangebot vom Gastgeber nur für einen bestimmten Zeitraum ausgedacht wird, muss dieser Zeitraum klar genannt werden (beispielsweise bei Angeboten). Es reicht nicht, einen "Frühlingsrabatt" zu gewähren - Frühling muss klar definiert sein (z. B. "vom 30.03. - 30.05. gültig"). 

Wer sich mit den Preisangaben bedeckt halten möchte und "Preis auf Anfrage" angibt, muss zumindest seine Telefonnummer preisgeben, damit Interessenten sich nach dem Preis erkundigen können. 

Hier finden Sie weiterführende Informationen zu:

den DTV-Sternen

der DTV Klassifizierung auf der Seite des Deutschen Tousismusverbandes